Pillow Fight Club kommen aus Hessen und haben gerade eine Platte herausgebracht, “About Face And Other Constants” (Hazelwood), in deren Zusammenhang oft Wörter wie “betörend” und “schön” benutzt werden, wie zum Beispiel in einer Rezension der Zeit. Wenn ihr am Dienstag in der letzten Stunde Toast On Fire gehört habt, dann wißt ihr Bescheid. Wenn ihr das allerdings verpasst habt, dann könnt ihr euch auf der MySpace-Seite die Songs anhören. Aber es gibt noch eine andere Möglichkeit: Ihr schaut euch den Pillow Fight Club live an! Sie sind zur Zeit mit den Godfathers unterwegs und spielen am Sonntag, den 20. Dezember, in Hamburg im Molotow. Und vorher hat sich Thorsten von der Band ein bißchen Zeit für den Toast genommen!
Wer bist du und wo bist du gerade?
Ich bin Thorsten, Gitarrist der Band und sitze in meinem eigenen Büro meines Studentenjobs, Veranstaltungen für Clubs zu organisieren.
Ihr habt jetzt euer zweites Album herausgebracht, „About Face And Other Constants”. Zwischen dem und eurem Debütalbum liegen vier Jahre. Das lässt vermuten, ihr fummelt perfektionistisch an den Songs. Wie entsteht eure Musik?
Zunächst ist dazu zu sagen, dass unsere erste Veröffentlichung eine komplett selbst organisierte Demo-Produktion war – also alles noch im ganz kleinen Stadium, einfach um auf den Konzerten den Fans und Freunde Musik für Zuhause anbieten zu können. Ein richtig ernsthafter, ambitionierter Ansatz inklusive vielen Auftritten kam erst nach dieser ersten Platte dazu und somit standen zwei dieser vier Jahre zwischen erster und zweiter Platte im Zeichen davon, eine professionelle Struktur mit Booking Agentur und Label aufzubauen und Shows zu spielen.
Außerdem hatten wir in der Zeit zwischen erstem und zweiten Album drei Besetzungswechsel am Schlagzeug, bevor sich dann Manu als Isa´s Freund und seitdem beständiger Rückhalt an der Schiessbude gefunden hat. Diese Wechsel zogen das Vorankommen mit der neuen Platte ebenfalls in die Länge.
Nichtsdestotrotz will natürlich gut Ding Weile haben und der Songwritingprozess dauert seine Zeit. Ich entwickle aus irgendeiner Idee ein Grundgerüst eines Songs, dann denkt sich die Sängerin Valentina einen Gesang dazu aus, und wenn das Ganze dann viel versprechend klingt, wird es im Proberaum von allen komplett gespielt und fein geschliffen.
Perfektionistisch gefeilt wird also nur an den Songs, die es durch die “Vorauswahlen” geschafft haben und übrigens auch nur an der Basis eines Songs, also an Hooklines, Text & Melodien. Wir sind keine Band, die sich stundenlang in den Proberaum stellt, um einen Song technisch perfekt zu spielen. Wir sind keine perfekten Techniker und darum geht es uns auch gar nicht. Es geht nur darum schön Songs zu machen, die man immer wieder hören kann.

Pillow Fight Club
Was sind eure Einflüsse, welche Bands waren oder sind wichtig für euch?
Indie der späten 80er, frühen 90er und ein bisschen Grunge der mittleren 90er:
Pixies. Blondie. Sonic Youth. Samiam. Weezer. Fugazi. New Order. The Police. U2. Blur.
Wie lange macht ihr schon Musik, wann habt ihr damit angefangen?
Alle machen bereits fast 10 Jahre Musik – was in diesem Zusammenhang allerdings interessant ist: Nicht immer hauptsächlich an dem Instrument welches sie in der Band spielen.
Ich zum Beispiel bin eigentlich Bassist, spiele aber in der Band Gitarre. Valentina ist Sängerin, spielt aber bei uns neben dem Hauptgesang auch den Synthie.
Isa spielt in der Band Bass, singt aber eigentlich ansonsten viel mehr als sie Bass spielt. Einzig Manu ist auch hauptsächlich das was er in der Band ist, nämlich studierender Schlagzeuger, allerdings versucht er sich in der Band an den reduzierten Drumcomputervorentwürfen der ersten Demos der neuen Songs zu orientieren.
Hintergedanke bei alledem ist, dass wir mit den Songs frei und unvorbelastet durch technische Einflüsse von Vorbildern umgehen wollen. Das geht nur, wenn man auf einem Instrument spielt, auf dem man nicht alle Techniken seiner Vorbilder blind hoch und runter nachspielen kann. Man hört oft Musiker und Bands, die wie die Kopie ihrer Lieblingsband klingen. Diese Gefahr wollen wir nicht eingehen – wir wollen klingen wie wir selbst und ich denke dies gelingt uns auf diese Weise sehr gut.
Ihr spielt jetzt Support für die Godfathers auf deren Deutschland-Tour. Seit ihr aufgeregt, mit solchen Legenden aufzutreten? Wie kam der Kontakt zu den Godfathers zustande?
Die Godfathers haben ja eine ewig lange “Pause” eingelegt, aber ihr Legendenstatus hat bis heute zumindest in der Szene überdauert. Von daher zögerten wir nicht, als wir davon hörten, dass unsere Booking Agentur die Tournee der Jungs bucht, und fragten sofort nach, ob es eine Chance gibt, dass wir als Support mitspielen, um unser aktuelles Album und unsere kommende eigene Tour zu promoten. und schwupps waren wir drin! Positiver Nebeneffekt: wir können vier mal die Godfathers live sehen.
Ihr wart ja erst vor kurzem in Hamburg. Wie sind denn eure Erfahrungen mit Hamburg und dem Hamburger Publikum? Das wird ja manchmal als sehr steif bezeichnet.
Das kann ich so nicht bestätigen. Erstens, weil wir sowieso keine Konzerte machen, wo die Leute die ganze Zeit abgehen sollen – uns geht es mehr um das zuhören und in die Songs eintauchen. Wir haben zwar einige tanzbare Songs, aber eben auch viele zum Zuhören. Deshalb tanzen sowieso nicht ständig immer alle.
Zweitens war das Publikum in der prall gefüllten kleinen Ponybar nach einer kurzen “Auftauphase” super symphatisch, hat viel gejubelt und viele haben sich nach dem Konzert mit uns unterhalten.
www.myspace.com/pillowfightclub
www.pillowfightclub.com
www.godfathershq.com