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Passend zum Mixtape gibt es diese Woche ein Interview mit Kiryk von den großartigen Magnificent Brotherhood … die Psych-Garage-Punk Antwort auf den sonntäglichen Tanztee … oder so ähnlich.
Wer also gerne Beine und andere Körperteile schwingt, sollte sich unbedingt am Ostersonntag auf den Weg ins Headcrash machen.
Zuerst aber hier das Interview:
Für alle die euch noch nicht kennen, wer seid ihr, woher kommt ihr, seit wann gibt’s euch?
Wir sind “The Magnificent Brotherhood” aus Berlin und uns gibt es (zumindest in dieser Besetzung und unter diesem Namen) seit Januar 2007.
Wir machen elektrischen Tanz-Rock. …oder so was… Ich spiele Gitarre und singe. Mein Bruder Erik spielt Orgel (nein, keine Hammond; eine Farfisa Compact!) und singt. Jan und Lars spielen Bass und Drums.
Euer Name war ursprünglich um einiges länger. Wie kam’s zu der Kürzung?
Ja, wir hießen ursprünglich “The Magnificent Brotherhood of Eternal Love and The Happiness’s Close Companions”. Das passte zu dem amerikanischen 60s West-Coast-Sound den wir anfangs machten, mit seinen ausgedehnten Instrumental-Passagen. Es war eine Reminiszenz an die alten Bands der Bay Area, aber auch eine Persiflage auf Bandnamen wie Creedence Clearwater Revival, Quicksilver Messenger Service, Peanut Butter Conspiracy etc. Heute konzentrieren wir uns eher auf die Songs und ihre Melodien, weniger auf Instrumental-Passagen. Die Songs sind einprägsamer, kürzer geworden …und eben auch der Name. Obwohl dieser für Neulinge immer noch kompliziert genug ist.
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Ohne irgendwelche Genres zu nennen, wie würdet ihr eure Musik beschreiben?
Wir machen in erster Linie Partymusik, also Tanz-Musik. Ich denke sie ist sehr organisch und eher bauch- als kopfgesteuert. Die Menschen sind heutzutage daran gewöhnt, daß sie sich eine Band “anschauen” und anschließend zum DJ “tanzen”. Wir versuchen das zu ändern. Meistens klappt das glücklicherweise auch. Vielleicht liegt das an den vielen Uptempo-Nummern, die wir spielen. Wir wollen, daß die Menschen eine gute Zeit haben und im Bestfall eben tanzen und sich gehen lassen. Ich glaube das hört man unserer Musik auch an.
Was ist euer musikalischer Background?
Erik hat schon relativ früh angefangen Klavier zu spielen. J.S. Bach hat es ihm sehr angetan; und wenn man Bach mag, kommt man an einer Orgel nicht vorbei. Nun ist es ja aber so, daß niemand zu Bach abtanzt. So kam Erik zur Rockmusik der 60er, in der die Orgel ja ein wichtiges Instrument ist. Ich habe irgendwann die Plattensammlung meines Vaters entdeckt und war (damals noch ein 14 jähriger Run DMC-Fan) davon ziemlich geflasht. Ich bekam eine Gitarre, lernte 3 Akkorde und spielte jeden Song, den ich hörte mit eben diesen 3 Akkorden nach… Heute kenne ich 4 Akkorde und das reicht zum Rocksongs-Schreiben mehr als aus.
Gibt’s bei euch eigentlich einen Bandleader oder geht’s bei euch eher demokratisch zu?
Demokratie ist etwas für Politiker und andere Heuchler. Meiner Erfahrung nach gibt es so was eh nicht, wozu dann so tun als ob das funktionieren würde. Wir haben früher versucht gemeinsam Songs zu schreiben, jedoch haben wir uns dabei eher behindert als gegenseitig inspiriert. Erik schreibt seine Songs und ich meine. Dann treffen wir uns im Übungsraum und basteln dann höchstens an Kleinigkeiten gemeinsam. Ich weiß, das hört sich jetzt nicht sehr romantisch an, aber so klappt das nun mal am besten und die Band bekommt einen eigenen Sound. Das wussten aber schon viele, viele Musiker vor uns…
Alles andere was die Band betrifft, entscheiden wir natürlich gemeinsam, bzw. es entscheiden die, denen die jeweilige Sache am meisten am Herzen liegt. Das kommt alles ganz natürlich; wir versuchen strenge Regelungen zu vermeiden.
Was macht ihr lieber, live spielen oder im Studio an Songs werkeln?
Wir machen beides sehr gern. Das Studio-Ding ist natürlich ein kreativerer Prozess. Live zu spielen bedeutet ja das Überlegte “nur” wiederzugeben. Aber der fünfte Mann (oder Frau) in der Band ist nun mal das Publikum. Ohne die Energie des Publikums ist es im Studio manchmal schwierig. Da fehlt dann einfach was. Das kompensiert man dann mit Arrangements etc. Live sind Sachen möglich, die im Studio einfach nicht funktionieren und umgekehrt genauso. Beides ist auf jeweils seine Weise aber sehr cool.
Auf eurer Seite kann man erfahren, daß ihr gerade an einem neuen Album arbeitet. Wie steht’s damit? Wann kann man mit der Veröffentlichung rechnen?
Aufgenommen wurde das Album schon im Februar. Die Veröffentlichung war zunächst noch vor dem Sommer angesetzt, jedoch haben wir beschlossen das Ganze nach dem Sommer zu starten, weil wir sehr bald ein Live-Album herausbringen und einige Singles im Sommer. Das wären dann einfach zu viele Sachen auf einmal.
Bei dem Live-Album handelt es sich um einen Mitschnitt unseres Auftritts beim Burg Herzberg Festival 2008. Ich glaube es gibt einen ziemlich authentischen Eindruck eines unserer Konzerte wieder, da wir beim Auftritt selbst nicht wussten, daß mitgeschnitten wird, geschweige denn, daß daraus mal ein Live-Album würde. Bei der Auswahl der Songs haben wir darauf geachtet jene zu nehmen, die noch nicht auf Platte erschienen sind. Unter anderem ist eine recht lange Version eines H.P. Lovecraft-Songs drauf: “The Drifter” .
Ihr wart kürzlich Support von Sky Saxon (Sänger der Seeds). Mit welchen anderen 60s Helden würdet ihr denn gern mal zusammen spielen? (Können auch Leute/Bands sein, die’s nicht mehr gibt.)
Da gibt es sehr viele Leute, doch würde ich natürlich lieber mit einem 19-jährigen angeturnten Phil Lesh (Grateful Dead) jammen als mit dem Rentner-Lesh von heute. Viele Bands, die wir gut finden, gibt es eh nicht mehr oder sie machen mittlerweile grausige Musik. Ich würde mich aber mit ein paar Leuten mal zu gern über das Komponieren unterhalten. Beispielsweise mit Sean Boniwell von The Music Machine oder Bands wie den Zombies, Kinks, Byrds oder natürlich den Beatles. Jedoch glaube ich nicht, daß das heute wirklich Früchte tragen würde. Deren Songs, die wir mögen, wurden zu einer Zeit geschrieben, in der die Komponisten eine positive jugendliche Naivität besaßen. Ich glaube man schreibt ganz andere Songs, wenn man in einer Villa sitzt als in einer WG oder der elterlichen Garage. Alles hat Einfluss, auch auf die Art wie man spielt, da bin ich mir sicher.
Ihr seid ja mit der Band doch schon ganz schön rumgekommen. Wo tourt sich’s denn am schönsten? Und was war euer bisher bestes/schönstes Konzert?
Spanien ist definitiv super! Die Sonne scheint, die Leute sind verrückt und wenn man Hunger bekommt, kann man sich ein paar Feigen vom Baum pflücken. Auch sonst gibt es dort alles was man so braucht… Die Menschen in Holland sind auch super nett.
Jedes Konzert ist anders schön. So gesehen gibt es nicht DAS schönste Konzert, aber Gigs wie der letztes Jahr in Barcelona oder auf dem Burg Herzberg Festival waren wirklich ein Riesen-Spaß. Natürlich spielen wir auch gern zu Hause in Berlin, weil man uns dort kennt und mittlerweile ganz genau weiß worum es bei uns geht. Es gibt aber auch Gigs, die sind auf andere Art und Weise unvergesslich. Z.B. haben wir einmal auf einem Grundschul-Festival gespielt. Die Kiddies sind dermaßen ausgeflippt, daß es schon fast scary war …aber sehr lustig!
Und wie ist es in Hamburg? Habt ihr hier eher gruselige oder schöne Erfahrungen gemacht?
Die Hamburger können wirklich gut feiern und zwar nicht nur beim Konzert, sondern auch noch lange danach. Wir kommen immer wieder gern nach Hamburg. Bin schon gespannt was diesmal passieren wird…
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