Leonard Las Vegas kennt ihr, wenn ihr schon öfter Toast On Fire gehört habt. Im Mai hat er ein Morgenminimixtape für den Toast compiliert, als er mit Forced Movement in der Prinzenbar gespielt hat. Jetzt am Samstag, den 17.10. kommt er wieder, zuerst spielt er ein Konzert im Silber (die ehemalige Tanzhalle in der Silbersackstrasse) und danach legt er dort auch noch auf. Höchste Zeit für ein Interview. Und da sich der Toast stets für das Frühstück anderer Leute interessiert, bekam Herr Las Vegas eine Email mit Frühstücksfragen.
Mehr Leonard Las Vegas gibt es auf MySpace (unbedingt die Tourtagebücher lesen!): www.myspace.com/lennylasvegas
Wer bist du und wo bist du gerade?
Ich bin Leonard von und zu Las Vegas und befinde mich gerade in meiner heimischen Küche zur Frühstücksplanung. Es plagt mich die Frage: wieso um Gottes Willen hab ich am Samstag vergessen, Brot zu kaufen?
Bist du eher ein Morgenmuffel oder ein Frühaufsteher?
Weder noch! Als Student kann man in den Semesterferien (und auch oft während des Semesters) ganz gut ausschlafen. Trotzdem bin ich bis spätestens 9.30h aus den Federn. Schlechte Laune habe ich am Morgen eigentlich fast nie.
Magst du morgens schon Musik hören? Was hörst du am liebsten?
Bis vor zwei Jahren hab ich IMMER Musik zum Aufstehen gehört, mittlerweile hat sich das irgendwie gelegt und ich weiß eigentlich gar nicht so recht wieso? Wenn ich aber Platten auflege (ja, ich bin ein Vinyl-Junkie), dann hat’s meistens weniger Distortion als ich es am Rest des Tages mag. Ich hab ein Faible für rauschenden White-Noise-Drone-Shoegaze, aber am Morgen geht das noch nicht.
Hast du morgens schon Songideen? Wie schreibst du deine Musik, was inspiriert dich?
Oh ja! Mit den meisten Songs fange ich gegen 9h an. Man hat am Morgen noch so eine gewisse Unbefangenheit in sich, fühlt sich wie ein weißes Blatt Papier, das gefüllt werden muss. Songideen kommen zwar nicht nur während des Schlafs, aber vorwiegend scheint da Nachts was in meinem Kopf zu passieren. Letztens hatte ich sogar fast einen kompletten Song im Traum gehört, mit Strophe UND Refrain! Normalerweise hört man im Traum eher Fragmente, aber hier war sogar der Text dabei. Ziemlich strange. Nach dem Aufwachen hab ich ihn dann schnell aufgenommen ehe irgendwas verloren geht.
Es gibt übrigens kein generelles Konzept, wie ich Musik schreibe. Das läuft immer anders. Mal ein Basslauf, mal Gitarre, manchmal steht am Anfang sogar nur ein Drumbeat.
Roggenbrötchen, Toast oder Müsli zum Frühstück? Kaffee oder Tee?
Roggenbrötchen….nnnjaaa. Ich mag das klassische Brötchen lieber! Dennoch gibt’s bei mir eher Toast zum Frühstück und alle 4 Wochen auch mal Früchtemüsli. Kaffee und Tee kann ich, genau wie alle anderen warmen Getränke, überhaupt nicht ausstehen. Meine Getränke MÜSSEN gekühlt sein.
Gibt es eigentlich ein typisches oder spezielles Frühstück in Bayern?
Oje, da fragst du den falschen. Von Traditionen hab ich eher weniger Ahnung. Außerdem bin ich eigentlich Berliner und hatte noch nie ein typisch bayrisches Frühstück. Ich weiß nicht mal, wie das aussehen sollte. Leberkäse? Jo, nich übel. Weißwurscht? Buaah..
Hast du mal die Hamburger Frühstücksspezialitäten gekostet, so wie Klöben und Franzbrötchen?
Mensch, was sind denn Klöben? Ich werd die einfach mal testkaufen, wenn ich in Hamburg bin. Franzbrötchen… das sind doch eigentlich nur normale Brötchen auf Hamburch-Slang, was? Haha..
Was ist deiner Meinung nach das perfekte Frühstück nach einem Konzert und einer Nacht mit viel Party und zu wenig Schlaf?
Am besten irgendwas mit Substanz aber wenig Geschmack. Und wenn dann eher würzig. Süß ist dann irgendwie sinnesbetäubend. Also: trockenes getoastetes Sandwich- oder Mischbrot mit maximal ein bißchen Butter und ner Scheibe Salami.
Mein generelles ideales Frühstück übrigens ist ne Mischung aus allem: Croissant, nicht aufgeschnitten, sondern mit Mozzarella on top, dazu frisches Mischbrot mit Kalbsleberwurst. Mit am Start: Geramont (der orange-farbene). Und zum Abschluß was Süßes: Nutella. Yummy!
Du warst vor kurzem mit Forced Movement auf Tour und dabei habt ihr in der Hamburger Prinzenbar gespielt. Wie sind deine Erinnerungen an Hamburg?
Da die Prinzenbar ja mitten auf der Reeperbahn ist, war ich in diesem Fall natürlich sehr beeinflusst von den dortigen Gegebenheiten. Ein buntes Treiben, dass ein wenig an Amsterdam auf Nord erinnert. Kleine Gassen und heitere Menschen. Ich hatte eine kleine Stadttour unternommen, als ich für meine Gitarre ein Ersatzteil kaufen musste und dazu den passenden Laden suchte. Das letzte “richtige” Mal in Hamburg ist übrigens schon gut 4 Jahre her. Eine tolle Stadt, allerdings doch irgendwie behaftet mit dem Fakt, dass da alles etwas teuer ist. Oder irre ich mich da?
Wie ist es für dich auf Tour zu gehen? Das Leben auf Tour ist ja was besonderes, teilweise ein ganz eigener Kosmos mit einem ganz anderem Rhythmus. Fällt es dir schwer, wieder in den normalen Alltag zurück zu kehren?
Auf Tour zu sein ist hervorragend und macht verdammt viel Spaß. Die zehntägige Tour im Mai war ein Traum. Jeden Tag eine neue Stadt, jeden Tag woanders aufwachen, das ist verrückt und sorgt auch mal für Verwirrung bei mir. Die Frankfurter hab ich mit “Hallo Leipzig” begrüßt und Unverständnis geerntet. Nach der Tour ist man erstmal unfähig, das “normale” Leben wieder zu begreifen. Es ist also für einen erleichterten Alltagseinstieg vielleicht nicht schlecht, wenn man nicht ZU viele aufeinanderfolgende Termine spielt. Das gilt zumindest für die Menschen, die neben der Musik noch andere Aufgaben im Leben haben, so wie ich mit dem Studieren. Den ersten Teil unserer “This Town Is Mine”-Tour diesen Herbst haben wir schon hinter uns, der war diesmal etwas zerstückelter als im Mai, wodurch man zur Realität einen besseren Draht hatte. Teil zwei folgt jetzt am Mittwoch. Vier aufeinanderfolgende Tage sind glaub ich fast ideal.
Was sind deine nächsten Pläne, mit der Band und Solo?
Konkrete Pläne hab ich eigentlich nie, ich lasse alles auf mich zukommen. Ich nehme weiter Songs auf und veröffentliche Alben solang mich der kreative Drang (nicht der Blasendrang) am Morgen nicht verlässt. Die allerbesten Songs landen dann auf nem Album und dann zeig ich meiner Liveband die Songs und wir performen sie on stage. Ich freu mich jetzt schon auf die Aufführung der Songs des nächsten Albums. Jetzt ist aber natürlich erstmal das aktuelle im Fokus: “Lightspeed Your Body, We’re Going Downtown”.