Archive for Dezember, 2011

I’m Ready For The Revolution!

Freitag, Dezember 23rd, 2011

Thee Faction, unsere liebste sozialistische Band, haben ein neues Video gemacht. Verantwortlich dafür ist Perrine Nouvier, eine französische Filmemacherin. Mehr über sie könnt ihr in dem Blog von Thee Faction erfahren:
http://theefaction.wordpress.com/2011/12/22/are-you-ready-for-the-revolution Der Song heißt “Ready” und ist von ihrem exzellenten Album “Up The Workers”. Und da wir Weihnachten haben, gibt es davon ein Exemplar zu gewinnen! Der erste Kommentar hier unter diesem Eintrag gewinnt! Achtet auf eine gültige Mail-Adresse, damit ich mit euch Kontakt aufnehmen kann.

Rezension: Never Get Old? – Interviews mit Musikern über das Älterwerden

Sonntag, Dezember 18th, 2011

Never Get OldGrabsteingrau und schlicht gehalten kommt dieses Buch daher: „Never Get Old? – Interviews mit Musikern über das Älterwerden“. Ich muss gestehen, dass ich am Anfang die Intention des Buches falsch verstanden habe, ich dachte, es würde um das Alter von Musikern gehen und war sehr verwundert über die vielen Interviews mit Musikern um die 30, wie zum Beispiel Animal Collective. Aber es geht hier um den Prozess des Älterwerdens und hätte dieses Buch ein Vorwort gehabt, wäre mir dieser entscheidende Unterschied sicherlich aufgefallen. Nicht nur deswegen rate ich dazu, erst das Nachwort zu lesen, in dem sich die beiden Autoren über den Herstellungsprozess unterhalten. Die beiden Autoren sind Jörn Morisse, Lektor und Übersetzer und Oliver Koch, ehemaliger Tomte-Bassist und Herausgeber des OPAK-Magazins (die witzigerweise das gleiche WordPress-Theme benutzen wie Toast On Fire). Die Interviews wurden per Mail, Telefon oder persönlich geführt, Interviewpartner waren Vashti Bunyan, Wino (The Obsessed, St. Vitus), Edwyn Collins, Melissa Auf der Maur (Hole, Smashing Punpkins), Larry Parypa (The Sonics), Jon King (Gang Of Four), Kim Wilde, Genesis Breyer P-Orridge (Throbbing Gristle, Psychic TV), DJ Tanith, Conor Oberst (Bright Eyes), Gloria Gaynor, Jaki Liebezeit (Can), Grant Hart (Hüsker Dü), Ian Mitchell (Bay City Rollers), Animal Collective, Justine Frischmann (Elastica), Marian Gold (Alphaville), Anvil, Tom Rapp (Pearls Before Swine), Poly Styrene (X-Ray Spex), Jason Molina (Songs: Ohia, Magnolia Electric Co.). Die Auswahlkriterien beschreibt der Verlag auf der Webseite so: “Jörn Morisse und Oliver Koch fragen Künstler, die in ihrer Jugend einmal berühmt waren, gar einen internationalen Hit landeten und sich irgendwann aus dem Musikgeschäft zurückgezogen haben. Ebenso Menschen, die bis ins Alter als aktive Musiker leben, und Menschen, die vielleicht nicht mehr ganz jung und auch noch nicht alt sind, aber gerade mittendrin stecken.”

Die Interviews sind kompetent geführt. Das eine oder andere Mal hätte ich mir etwas mehr Neutralität gewünscht, so ist das Vorführen von Ian Mitchell von den Bay City Rollers absolut überflüssig. Das Interview von Poly Styrene macht traurig. Sie war zum Zeitpunkt des Interviews schon im Krankenhaus und ist fünf Wochen später gestorben. Es war nicht ihr einziges Interview vom Krankenbett aus, da sie zu dieser Zeit ihr neues Album promotet hat. Was muss das für eine Qual für sie gewesen sein! Bei einigen Interviews, zum Beispiel bei Kim Wilde, erkennt man die jahrzehntelange Erfahrung mit der Presse, aber einige Interviews überraschen doch sehr. Wer hätte gedacht, dass Marian Gold von Alphaville Humor besitzt? Und sehr verblüffend fand ich die Info, dass Larry Parypa von den Sonics bei der Bandgründung erst 13 Jahre alt war. Viele Interviews sind erstaunlich, sogar lehrreich, wenn man an Musikgeschichte interessiert ist. Es sind berührende Interviews dabei und einiges macht auch nachdenklich und zeigt wieder einmal, ein Musikerleben ist kein Zuckerschlecken.

Erschienen ist dieses Buch bei der Edel AG, einem großen Konzern im Musik- und Unterhaltungsbereich. Ich kannte bislang nur Edel Records, aber es gibt u.a. auch eine Buchsparte mit einer Abteilung für Popkultur. Wenn man ein bisschen auf der Webseite stöbert und schaut, was dort bislang erschienen ist, dann wird auf den ersten Blick klar, wie der Verlag auf die Idee gekommen ist, ein Buch zum Thema Älterwerden herauszubringen. Es gibt Bücher über Pink Floyd, Abba und die Rolling Stones, Biografien über Steven Tyler, Bruce Springsteen und, äh, Gunter Gabriel (gibt es wirklich Menschen, die eine Gunther Gabriel-Biografie kaufen?). Auch ein Buch über den Rockpalast entdecke ich da, mir scheint, es wird hier überwiegend der ältere Rockmusikfan angesprochen. Und der sollte auch gut verdienen, denn diese Bücher sind nicht gerade günstig, auch „Never Get Old“ kostet als Paperback stolze 17,95 Euro. Der hohe Preis gibt selbstverständlich eine Toastscheibe Abzug, aber trotzdem ist dies ein empfehlenswertes Buch und geht auch gut als Weihnachtsgeschenk durch.


Never Get Old? – Interviews mit Musikern über das Älterwerden
Jörn Morisse, Oliver Koch
Edel (Oktober 2011), Paperback, 239 Seiten, 17,95 Euro
www.edel.com/de/buch/release/joern-morisse-oliver-koch/never-get-old-interviews-mit-musikern-ueber-das-aelterwerden/

Interview mit den The Fades über Doctor Who, die Apokalypse und das neue Album

Donnerstag, Dezember 15th, 2011

Ich kann mich noch gut dran erinnern, wann ich das erste Mal die Fades gehört habe. Es war vor ungefähr fünf Jahren, es war ein Samstag, ein früher Nachmittag und ich hörte BBC Radio. Auf einmal purzelte eine Band in die laufende Sendung und mischte alles auf. Die rissen Witze, erzählten Geschichten und brachten die Studiowände zum wackeln, als sie anfingen zu spielen. Nicht nur der Moderator war hingerissen, ich auch. Und da die Fades an einem neuen Album arbeiten, wollte ich mehr wissen und habe ihnen einige Fragen geschickt. Dave, Sänger und Gitarrist, hat geantwortet.

The interview is here in English

Wie läuft es denn mit den Aufnahmen für das neue Album? Ich glaube, ihr seid schon beim mischen, oder?
Es läuft sehr gut. Wir nehmen uns diesmal wesentlich mehr Zeit als früher, aber das war von uns auch so geplant, wir wollen alles genau richtig machen. Dieses Album ist unser erstes “richtiges” Album, wir haben unser ganzes Material aufgenommen, produziert und gemixt in ein- und demselben Studio und mit den gleichen Toningenieuren. Zur Zeit sind wir am mischen, das kann schon mal der längste Teil einer Albumproduktion sein, aber das ist es auf jeden Fall wert.

Ich hab auf eurer Facebookseite gelesen, dass der Albumtitel “Ragnarök” sein wird. Ich hab dieses Wort noch nie gehört. Zuerst dachte ich, das ist eine Alienspezies aus den Doctor Who-Filmen, aber dann fand ich im Wörterbuch die Übersetzung “Götterdämmerung”. Das verstehe ich aber trotzdem nicht, was ist denn der Gedanke dahinter?
Ich habe gerade den Comic-Roman The Sandman von Neil Gaiman gelesen, als wir anfingen, Songs für das Album zu schreiben. Die Bücher beziehen sich viel auf Mythen und Volkskunde und ich war immer schon fasziniert von der Geschichte von Thor und der nordische Mythologie, Wikinger und so. Ich hab mir dann das alles noch mal genauer angeschaut und Ragnarök ist ein großer Kampf der Göttern, der letztendlich zum Ende der Welt führt, ein bisschen wie die Apokalypse, aber es gibt hier auch ein Moment der Wiedergeburt, es entsteht eine neue Welt. Und so dachte ich, das wäre geeignet als Titel für das neue Album. Sich neu bildend, ein Neustart nach dem Ende einer Ära. Und es hat auch das Wort “Rok” in sich ;-)

Ich liebe Doctor Who! Wie ist das mit dir, schaust du das auch? Wer ist dein Lieblings-Doctor?
James und ich sind auch Fans von Doctor Who, ich glaube, James sogar noch mehr als ich. Ich mag ganz besonders die neusten Episoden in der letzten Staffel, die Neil Gaiman geschrieben hat.

The Fades im StudioThe Fades im Studio: Flash (links) und James, Foto © The Fades

Es gab gerade eine weitere interessante Serie im BBC-Fernsehen, die heißt “The Fades”. Aber zu meinem größten Erstaunen ist das keine Serie über euch!
Erstaunlicherweise ist die Serie wirklich nicht über uns. Aber sie sollte es sein! Es könnte eine Doku-Soap sein, die sich um uns dreht, aber leider ist es das nicht.

Haben sie denn wenigstens Musik von euch für den Soundtrack benutzt?
Nein, nicht mal das. Aber sie sollten es machen, ich denke, einige Tracks würden sehr gut zu der Serie passen.

Die amerikanische Krimi-Serie “Life” benutzt allerdings einige Songs von den Fades in mehreren Folgen. Was ging dir denn da durch den Kopf, als du das gesehen hast?
Das ist immer total verblüffend, wenn du deine eigene Musik siehst oder hörst, wie sie im Fernsehen oder im Radio gespielt wird. Es ist auch was ganz besonderes, wenn man daran denkt, dass das vielleicht tausende Leute hören werden. Und besonders toll ist es, wenn es richtig gut in den jeweiligen Kontext des Films passt.

The Fades – Blade by Artrocker

The Fades – I’d Like To Teach The World To Sing by Artrocker

Nächstes Jahr feiert ihr euer 10jähriges Jubiläum. Wenn du zurückschaust, was waren denn die Highlights?
Wow! Das ist eine schwierige Frage. Wir haben soooooooooo viel gemacht! Die Reise zum Festival nach Tbilisi, die Konzerte in New York, die Touren nach Italien und Irland, die Tour zusammen mit Art Brut, das wir im Radio gespielt werden… Eines Tages werden wir unsere Biografie schreiben und alles ganz genau berichten (falls wir uns daran erinnern können).

Hat denn die USA-Trip letztes Jahr das Album irgendwie beeinflusst?
Der USA-Trip ist der HAUPTGRUND für das neue Album! Wie hatten eine tolle Zeit und sind dort super aufgenommen worden. Wir haben ein ganz neues Publikum gewinnen können, das uns und unsere Musik auch verstanden hat. Dadurch ist uns klar geworden, dass wir endlich ein “richtiges” Album machen müssen und so haben wir gleich ein Studio gebucht und so schnell wie möglich mit dem Schreiben angefangen, als wir wieder zurück waren und uns ein bißchen erholt haben.

Kann du uns etwas über das neue Album erzählen?
Das neue Album wird das erste Album der Fades sein, das ordentlich und komplett in einem Rutsch realisiert wurde. Wir sind sehr begeistert davon und haben für das Album unsere besten Songs bislang geschrieben. Es ist Rock, aber die Songs gehen schon sehr ins Ohr. Stell dir vor, es sind Nirvana, Queen Of The Stone Age, Faith No More, The Stooges, Future Of The Left and The Helmholtz Resonators alle in einem Raum und dazu eine Ladung Schnaps, die eine Woche reicht… das kommt der Sache schon ziemlich nahe!

Ich freu mich drauf, es zu hören! Was denkst du, wann wird es erscheinen?
Wir hoffen, dass wir es so ungefähr im April 2012 veröffentlichen können.

thefades.net
facebook.com/TheFadesBand
@The_Fades

Die Frankfurter Hörschule im Nachtasyl/Zentrale

Freitag, Dezember 9th, 2011

Die Frankfurter Hörschule ist was ganz Dolles. Und jetzt endlich kommt sie auch nach Hamburg, am 15. Dezember in die Zentrale/Nachtasyl.
Klaus Walter und Matthias Westerwelle, ihr kennt sie bestimmt von ByteFM, dem anderen schönen Radiosender in Hamburg neben dem FSK, halten eine zweistündige “Unterrichtsstunde” zu einem bestimmten musikalischen Thema ab. In Frankfurt ist die Hörschule eine regelmäßige Veranstaltung, da wurden bislang Themen wie zum Beispiel “Where has all the protest gone?”, “Jazz is the Teacher, Funk is the Preacher” oder “Lob der Fälschung” behandelt. In Hamburg heißt das Thema: “Sag´ mir wo der Protest ist oder: Politische Musik im Jahr der Riots”.

“Im zweistündigen Abendkurs behandeln Walter und Weller jeweils ein Thema. Im Stile einer Live-Radiosendung spielen sie Musik verschiedener Genres von Platten und CDs, erzählen dazu Geschichten und diskutieren mit dem Auditorium. Schauspieler lesen literarische Texte, dazu werden Videoclips zum Thema gezeigt. Manchmal gibt es auch ein Quiz. Gelegentlich treten Musiker live auf. Im Anschluss an das theoretische Unterrichtsprogramm gibt es weiteres thematisches Auflegen mit Walter und Weller – und der Unterricht wird praktisch: Es darf getanzt werden!” (Pressetext)

Frankfurter Hörschule (Klaus Walter & Matthias Wellerweller)
Zentrale/Nachtasyl
Donerstag, 15.12.2011, 19.30h
Eintritt: 13 €

Frankfurter Hörschule

“Meine erste Platte” mit Racquets

Montag, Dezember 5th, 2011

Ich habe auf meinem Schreibtisch eine rote Holzkiste stehen. Da bewahre ich meine Lieblings-CDs auf, damit ich die immer schön griffbereit habe. Und manchmal hol ich die EP von Know Skools raus und frage mich, was die wohl so machen. Ha, jetzt weiß ich es! Die machen Racquets! Im Mai 2011 wurde aus dem Projekt Know Skools die Band Racquets. Die Musik ist immer noch überwältigend bis großartig und ich bin genauso hingerissen und entzückt. Es gibt einen kostenlosen Download bei ihrem Plattenlabel Digital Kunstrasen und im Oktober ist ihre Platte “No Time For Beggars” rausgekommen. Und jetzt erfahren wir von Kövi, dem Drummer der Band, was seine erste Platte war!

RACQUETS – HURT by koerecordings

Was war die erste Platte, die du dir selber von deinem eigenem Geld gekauft hast?
Erste eigene Platte… ich denke das war HIER von Selig. “Ist Es Wichtig”
kannte ich aus dem Radio. Als ich sie dann hatte, stellte sie meine bis dahin nur von Papas Dire Straits-Cassetten geprägten Hörgewohnheiten derb auf die Probe.
Das tolle an dem bluesigen Kram war, das ich als nicht Gitarrist dennoch mit
nem guten Gefühl mitgniedeln konnte… naja…

Gibt es eine Platte, von der du denkst, dass sie in jedem Haushalt
vorhanden sein sollte? Einen Kauftipp?

ist natürlich kompliziert… vielleicht sollte jeder MAKING MOVIES von Dire
Straits im Haus haben. Die funktioniert wohl in allen Lebenslagen… Party, Romanze, Putzen, die Eltern kommen zu Besuch…
Gleiches könnte ich aber auch über PURPURMOND von der Münchener Freiheit
behaupten…

Racquets
Racquets/Foto von Christian Hengst

Mehr Racquets:
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Squidge, a little elf in big trouble

Montag, Dezember 5th, 2011

Habt ihr auch schon mal über das Artwork der Helmholtz Resonators gestaunt und wolltet wissen, wer das gestaltet hat? Das kann ich euch sagen, das Artwork kommt von James Lightfoot. Für Toast On Fire-Leser/Hörer kein Unbekannter, spielt er doch auch in Bands mit, zum Beispiel in Me My Head, die wohl gerade auf Eis liegen und bei The Fades. Aber er ist auch Illustrator und hat gerade ein Kinderbuch gestaltet. “Little Elf – Big Trouble” heißt es und es ist schon das zweite Buch mit Squidge, dem kleinen Kobold.

Hier geht es zu seiner Webseite, mit Ausmalbogen, Sudoku, Kreuzworträtsel usw.: http://www.squidgeelf.com. Bei Twitter ist er auch und natürlich auch bei Facebook.

Little Elf

Portfolio von James Lightfoot bei Facebook:
Teil eins
Teil zwei

Medicine Eight – Missy’s Roaches

Sonntag, Dezember 4th, 2011

Ich bin mir sicher, wenn man diesen Track nur laut genug hört, dann wird irgendwas ganz fürchterlich wackeln, Wände, Menschen, der Kaffee vor mir auf dem Schreibtisch… jahaaa…

MISSY’S ROACHES BY MEDICINE 8 by Trashmouth Records

Schwanzschwinger?

Sonntag, Dezember 4th, 2011

Bitte? Prince sogar ein Oberschwanzschwinger? Das steht jedenfalls in den Kommentaren zu einem Artikel, der am Freitag auf “Zeit Online” erschienen ist: “Wie Affen den Penis” – Rockmusiker präsentieren ihre Gitarren wie ein Phallussymbol. Warum eigentlich? Christian Jooß-Bernau erklärt die Vereinigung von Spieler- und Instrumentenkörper.

Ein interessanter Artikel und sogar lehrreich und das gilt durchaus auch für die Kommentare. Besonders wenn man kein Musiker ist und nicht viel über Gitarren weiß, ist es schon lustig zu hören, dass eine Fender Strat eine Bierbauchaussparung haben soll. Ob das stimmt? Na, aber auf jeden Fall ein lesenswerter Artikel!

“Wie Affen den Penis”, von Christian Jooß-Bernau, Zeit Online, 02.11.2011

Gitarrist in lila