Interview mit The Helmholtz Resonators

Die Helmholtz Resonators sind fünf Wissenschaftler aus London, England. Normalerweise arbeiten sie fleißig in ihrem Labor und experimentieren so rum, aber manchmal verlassen sie ihr Labor und machen Musik. Großartige Musik! Am Dienstag konnten wir uns davon überzeugen, als hier bei Toast On Fire ein Konzert der Helmholtz Resonators in voller Länge lief (powered by Musicborn). Aber wer sind diese Typen? Und wieso machen sie überhaupt Musik? Ich hab einfach mal ein paar Fragen an ihr Labor geschickt und zwischen lauter Bunsenbrennern hat Garland Vanderbilt die Antworten geschrieben (die email war angekokelt!). Hier ist das Ergebnis:

The English version is here (plain text)


Wer, wo und wann bist du gerade im Moment?

Ich bin Garland Vanderbilt und bin gerade von meinem U-Boot, dem Crystal Submarine, zurückgekommen. Im Moment leide ich an einem furchtbarem Fall von “time-lag”, da ich gerade durch drei unterschiedliche Jahrzehnte gereist bin. Und es scheinen noch einige Teile von mir im späten 19. Jahrhundert geblieben zu sein…

Ist es nicht furchtbar kompliziert, Wissenschaftler und Musiker gleichzeitig zu sein? Wie ist dein Leben zwischen Pumpen & Pipetten & Patenten und Sex & Drugs & Rock ‘n’ Roll?
Haha! Ja, in der Tat, dass ist es!! Aber wie es aussieht, kriegen wir es ganz gut hin. Es ist, als ob wir uns ständig in einem wechselnden Zustand des Bewusstseins befinden und wir das Raum-Zeit-Kontinuum auf unseren Nervenbahnen durchqueren können.

Ich würde sagen, eure Musik ist nicht gerade Mainstream. Wie würdest du sie jemanden beschrieben, der noch nie Songs von euch gehört hat?
Es ist definitiv kein Mainstream, aber es hat sehr eingängige Elemente, so dass ich sagen würde, es ist schon Pop. Es sind akustische Hörexperimente mit tanzbaren Beats und großen schweren Basslinien, die dich bis ins Mark durchdringen und mit repetitiven Refrains, die in deinem Kopf bleiben.

The Helmholtz Resonators
Chladni kontrolliert noch mal die Uhrzeit, Vandamme zuppelt sich den Ärmel zurecht, aber dann sind sie fertig und bereit, ein wahnsinniges Konzert zu spielen, so wie das, was neulich bei Toast On Fire lief. V.l.n.r.: Vandamme Laudenkleer, Garland Vanderbilt, Manrose Finasteride, Carlton Breezy, Chladni Plates. (Foto von Alli Barnard)


Erinnerst du dich an das Konzert, was Musicborn aufgenommen hat und was jetzt bei Toast On Fire gesendet wurde? Wie war es?

Das Musicborn Konzert war eins unserer besten Konzerte, das hat uns total Spaß gemacht. Wir haben im Cafe 1001 in der Brick Lane in Ost-London gespielt, im altem Revier von Jack The Ripper! Der Club war toll und die Veranstalter waren auch cool. Der Eintritt war frei und so war viel los und die Leute gingen gut mit. Es war eine große Party!

Warum tauscht ihr so oft die Instrument während eines Konzertes? Ist das nicht ganz schön stressig für euch?
Eigentlich haben wir die Band nur gegründet, damit jeder mal Schlagzeug spielen kann! Wir alle spielen noch andere Instrumente, wenn es erforderlich ist. Die meisten Musiker können es nicht abwarten, endlich mal ans Schlagzeug zu kommen, wenn sie im Übungsraum sind. Also haben wir uns entschieden, nach jedem Song die Instrumente zu tauschen, so dass alle mal mit dem Schlagzeug spielen dran kommen. Der Rest entwickelt sich dann von selber.

Was macht ihr nach einem Konzert? Flitzt ihr ins Labor und nutzt ihr all die Energie und das Adrenalin vom Konzert, um noch schnell eine Erfindung zu machen oder macht ihr auch normale Dinge, wie mal ein Bier trinken?
Es kommt darauf an. Manchmal müssen wir mit den Resultaten von einem Konzert sofort ins Labor, damit wir unsere Ergebnisse für die Nachwelt festhalten können, aber manchmal lassen wir auch zu, das der Schnapsteufel von uns Besitz ergreift.

Toast On Fire ist ja eine Morgensendung, hast du ein gutes Frühstücksrezept für den Morgen nach so einer Nacht, wenn man lange bei einem Konzert war und zu wenig geschlafen hat und der Schnapsteufel da war? Was empfiehlt der Wissenschaftler da?
Nach langen Jahren des Ausprobierens ist die beste Empfehlung, die wir geben können, einen Termin mit einem gewissen Dr. Jägermeister zu vereinbaren.

The Helmholtz Resonators
Vandamme hat sich das Schlagzeug erkämpft… yeah… Die Helmholtz Resonators beim Auftritt im 1001 Cafe. (Foto von Alli Barnard)


Letztes Jahr hattet ihr einen Haufen Probleme mit Mr. Noseybonk. Es ist sehr gut in einem Video dokumentiert. Wer ist dieser Typ?

Er ist ein böser und furchterregender Charakter aus den späten 70ern, bekannt aus dem Kinderfernsehen. Er jagt die Seelen der Menschen von dem Moment an, an dem sie ihn gesehen haben und er scheint auch ein ganz besonders Problem mit uns zu haben, denn er erscheint uns regelmäßig in unsern Alpträumen.

Was passiert als nächstes bei euch?
Wir werden die Ergebnisse unseres letzten Experiments “BOMBS!” als Single am 22. März veröffentlichen. Wir haben vor kurzem ein Video dafür gedreht, was parallel dazu erscheinen wird. Mr. Noseybonk hat versucht, unser Labor mit einer riesigen Bombe hochzujagen, es war ungefähr so, wie in diesem Video hier. Und es gibt für einen begrenzten Zeitraum einen kostenlosen Remix von diesem Song, den Manrose und ich gemacht haben, den man hier herunterladen kann: www.musicglue.com/thehelmholtzresonators


Unbedingt hier mal raufklicken: www.myspace.com/thehelmholtzresonators

Es gibt noch einige wenige Exemplare der limitierten Vinylsingle “Lala/Oompah”, am besten bei den Helmholtz Resonators nachfragen: thehelmholtzresonators(AT)live.co.uk
Das Album “Crystal Submarine” gibt es als Download, aber die Helmholtz Resonators haben auch einige CD-Exemplare vorrätig. Einfach nachfragen.
Und wenn ihr das Album habt, dann kuckt mal hier beim Mags Magazine, da erklären die Helmholtz Resonators ihr Album Song für Song.

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14 Responses to “Interview mit The Helmholtz Resonators”

  1. Otto Says:

    Was für coole Typen! Die gehören auf jeden Fall ins Molotow- Labor! Da könnten sie im Nebenraum, gleich vor’m Tresen, das Experimetiertischchen aufbauen. Und vielleicht kommem sie am besten auch gleich mit zwei Drums an, dann gibt’s keinen Steit… ;-)

  2. Otto Says:

    Das Interview an sich ist schon köstlich, aber die Videos erst… The Bomb – was hab’ ich gelacht :mrgreen:

  3. ute Says:

    herrliches interview. eine band mit humor. super.
    und eine band, die den satz des jahres prägt:
    “wir haben die band nur gegründet, damit jeder mal schlagzeug spielen kann”
    super
    wer das instrument dauernd wechselt, bleibt immer frisch. schönes konzept.
    gruß
    ute

  4. Rainer Says:

    ‘Golly Gosh!’ ich hab’s zwar gelesen, so genau aber denn doch noch nicht durchgearbeitet… 60ies Batman finde ich sowieso kultig, da hätte ich gerne die eine oder andere Staffel auf DVD. Das Land of Dreams Video find ich umwerfend! Super gemacht!

  5. Toast Says:

    ich bin mir nicht sicher, ob sie uns mit der Schlagzeug-Geschichte nicht verarschen. Nein, falsch formuliert, ich bin mir sicher, dass sie uns verarschen, aber dann denke ich, die Band ist so absurd, da würde das auch passen.

    Das “Land Of Dreams”-Video verstehe ich nicht so ganz… aber ich bin auf ihr “Bombs”-Video gespannt…

    Ich freu mich, dass euch das Interview gefällt!!!! :razz:

  6. Otto Says:

    Kein Wunder, bei DEN intelligenten Fragen… :oops:

  7. Toast Says:

    äh, du findest die Fragen doof?

  8. Rainer Says:

    @toast: Was verstehst Du an dem Land of Dreams Video nicht?

  9. Otto Says:

    Mensch Tante toast, ganz im Gegenteil!!! Die Fragen in dem Interview finde ich prima, intelligent und witzig :razz:

  10. Toast Says:

    @ Rainer: Wieso tun sie denn am Schluss so, als ob sie gestorben sind? Also, wenn Mr. Noseybonk ein Typ ist, der in Träumen erscheint und sie in den Träumen umbringt, wieso steht dann am Schluss dieses Schild “in memoriam”? Sind doch nur Träume… Ich hab zuerst gedacht, damit wollten sie sagen, dass ist jetzt das Ende der Helmholtz Resonators, jetzt beenden sie die Arbeit mit der Band. Ich war schon ganz traurig!

    @ Otto: das klang so ironisch! Aber wenn es nicht so gemeint war, dann danke!

  11. Rainer Says:

    Hm, ok, das ist mir auch nicht so ganz klar. Im Interview sagen sie ja was vom ausgehenden 19. Jahrhundert. Und im Video steht auf der Tafel 1818-1904. Das sind ja auch bummelig 86 Jahre. Ich hatte erst gedacht, daß das die zeit ist, in der Hermann von Helmholtz gelebt hat, aber der war von 1821 bis 1894. Passt also auch nicht so ganz. Hmhm. Vielleicht fragst Du Garland mal?

  12. Toast Says:

    Klar, wenn du mir das in englisch voformulierst! Mein Englisch ist grauenvoll!
    Aber ich glaube, die oben erwähnte Reise in der Zeitmaschine ist anders gemeint. Auf Twitter schreibt er andauernd, das er mit der Zeitmaschine reist, dass hat wohl nicht Konkret was mit dem Traum zu tun.
    Carlton schrieb ja neulich, die Zeitmaschine würde immer rumliegen und keiner würde sie benutzen (ich fragte, ob ich sie mir mal borgen dürfte)

    Ach, ich liebe diesen Spinnkram der Engländer!!!

  13. Rainer Says:

    Ach? Dein Englisch ist nicht so gut? Wie schaffst Du es denn, solche Antworten aus den Resonatoren herauszulocken? Oder…ach, das darf ich eigentlich gar nicht schreiben…kommen solche Antworten nur zustande, WEIL Dein Englisch etwas schräg ist? Das wäre ja ein ganz neuer Aspekt ;-)
    Die haben ne Zeitmaschine? Und die liegt nur rum? Wieso das denn? Da hätte ich wohl auch mal Lust drauf! Ich würde mir dann die Zeit der Entdecker anschauen und vielleicht ne Runde mit Herrn Cook oder Herrn Darwin mitsegeln :-)

  14. Toast Says:

    Ach, ich glaub, die raten ganz oft, was ich meine. ;-)
    Aber ich gebe mir Mühe, ich brauche halt relativ lange dafür. Ich finde auch schon die Fragen zu entwickeln nicht so einfach. Ich bin ja keine Journalistin. Aber es macht mir Spaß! Interviews finde ich schon toll irgendwie, besonders, wenn sie so bestusst sind wie dieses hier! :razz:

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